Landesverband Sachsen e.V.
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Seniorpartner in School

Sie sind Senior und sind an SiS interessiert:

Bei allen Personenbezeichnungen sind immer beide Geschlechter gemeint.

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Was ist Mediation, was ist Schulmediation?

Mediation ist ein kommunikatives Verfahren der Vermittlung und Einigung in Konfliktfällen. Schulmediation ist die Anwendung der Mediation bei Schülern. Dabei zeigen ihnen die Schulmediatoren von SiS durch die Methode der Mediation Wege auf, ihre Konflikte selbst zu lösen.

Was bewirkt Schulmediation?

Die jungen Menschen erleben in einer vertrauensvollen Atmosphäre, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Sie lernen gewaltfreie Kommunikationsmuster kennen und anzuwenden, sich in die Rolle anderer zu versetzen und Andersartigkeit zu akzeptieren. Sie erweitern und nutzen ihre sozialen Kompetenzen im schulischen und außerschulischen Bereich. Lernklima und Streitkultur verbessern sich, die Lehrkräfte werden entlastet, die Konflikthäufigkeit im Unterricht wird reduziert. Schulmediation ist damit auch ein Element der Gewaltprävention. Durch den Einsatz der Seniorpartner lernen die Jugendlichen den Nutzen von bürgerschaftlichem Engagement kennen.

Wie läuft so ein Mediationsgespräch ab ? - Hier ist ein Video

In der Mediathek des SiS-Bundesverbandes ist in einem Video zu sehen, wie so ein Mediationsgespräch bei den Schulmediatoren abläuft: Mediathek - Ein Raum für gute Lösungen

Was habe ich persönlich davon, als Schulmediator tätig zu sein?
  • Ich lerne Neues.
  • Ich lerne die Methode der Mediation, der gewaltfreien Kommunikation, des aktiven Zuhörens sowie verschiedene Gesprächstechniken, die ich auch in meinem Alltag gut anwenden kann.
  • Ich bekomme persönliche und soziale Wertschätzung.
  • Ich erlebe soziale Beziehungen zur Enkelgeneration und bereichere damit den generationsübergreifenden Dialog.
  • Ich trage dazu bei, das soziale Klima an einer Schule zu verbessern.
  • Ich knüpfe neue Kontakte zu Gleichaltrigen (den anderen Schulmediatoren im SiS-Landesverband).
  • Ich übernehme in der nachberuflichen Lebensphase eine sinnstiftende Tätigkeit und erfahre gesellschaftliche Anerkennung.
Wie werde ich Schulmediator?

Nehmen Sie Kontakt auf mit Ihrem Landesverband und erfragen Sie die Termine der nächsten Informationsveranstaltungen und Weiterbildungen.

Gibt es eine Altersbegrenzung?

Schulmediator bei SiS kann jeder in der nachberuflichen Lebensphase werden. In der Regel sollten Interessenten nicht jünger als 55 Jahre sein. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Gute Voraussetzungen sind Interesse an einem anspruchsvollen Ehrenamt, Bereitschaft noch neue Dinge zu lernen, eine positive Einstellung zu Kindern und Jugendlichen und der Wunsch, sich ihrer Belange anzunehmen.

Muss ich einen bestimmten Beruf ausgeübt haben?

Auf einen bestimmten Beruf kommt es nicht an, eine pädagogische Vorbildung kann hilfreich sein.

Wie hoch ist der Zeitbedarf?

Die Tätigkeit in der Schule benötigt ca. 4 Stunden pro Woche regelmäßig an einem festen Wochentag. Pro Schuljahr ist es empfehlenswert, ein- bis zweimal an Lehrerdienstberatungen und Elternabenden teilzunehmen.

Pro Schuljahr gibt es drei bis sechs (auch mehr, je nach Landesverband) Supervisionen bzw. Kollegiale Fallberatungen. Die drei bis fünf Treffen des Landesverbandes SiS pro Halbjahr sind freiwillig. Die Teilnahme an weiteren Fortbildungen ist erwünscht, ebenso bei Interesse das Engagement in der Verbandsarbeit.

Bekomme ich für meine Tätigkeit als Schulmediator eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung?

Die Tätigkeit als Schulmediator wird ehrenamtlich, d.h. unentgeltlich ausgeführt. Leider kann auch keine Aufwandsentschädigung oder Fahrtkostenersatz gewährt werden.

Wie erfolgt die Ausbildung (zeitlicher Rahmen, Kosten, Teilnehmer, wer bildet aus)?

Die Basisausbildung besteht aus 80 Stunden Mediationsausbildung. Während der 1,5-jährigen Praxisphase werden mindestens 20 Stunden Supervision/Kollegiale Fallberatung durchgeführt. Fakultativ kann zusätzlich 16 Stunden Bildungsbegleitung und/oder 8 Stunden Anti-Mobbing-Techniken weitergebildet werden.

Die Ausbildungskosten trägt der Verband. Die Anzahl der Kursteilnehmer liegt üblicherweise zwischen 12 und 16 Personen. Die Ausbilder sind berufsmäßige Mediatorenausbilder, die von den Landesverbänden bestimmt werden.

Welche Inhalte werden in der Ausbildung zum Schulmediator vermittelt?

In der Ausbildung werden die zentralen Schritte des Mediationsprozesses und verschiedene Kommunikations- Gesprächs- und Interventionstechniken vermittelt und geübt wobei der Schwerpunkt auf dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen liegt. Ein wesentlicher Baustein ist die achtsame Kommunikation (auch als gewaltfreie Kommunikation bekannt). Die Teilnehmer erlernen das Führen von lösungsorientierten Einzelgesprächen.

Der Trainer ist zugelassener SiS-Trainer und ist erfahren in der Vermittlung von Lerninhalten an Senioren.

Welche Verpflichtungen gehe ich ein, wenn ich mich ausbilden lasse?

Die nicht unerheblichen Kosten der Ausbildung trägt der Verband mit Unterstützung von Sponsoren und öffentlichen Fördergeldern. Darum wird von den Seniorpartnern erwartet, dass sie nach erfolgter Ausbildung ihre Tätigkeit im Team zu zweit an einer Schule für mindestens 18 Monate (ohne Schulferien) aufnehmen. Darüber werden schriftliche Vereinbarungen zwischen Seniorpartner und zuständigem Landesverband geschlossen, ebenso wie zwischen Landesverband und Schulen.

Da immer häufiger Sponsoren und Schulen die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses verlangen, wird dieses von den zukünftigen Seniorpartnern erwartet. Die Erstellung ist gebührenfrei, der Verband ist dabei behilflich.

Unsere Qualitätskriterien schreiben ein überschaubares Maß an Dokumentation über die geleistete Tätigkeit vor.

Kann ich während der Ausbildung auch mal fehlen?

Ja, ich darf in Absprache mit dem Trainer maximal 10 % der Unterrichtszeit fehlen.

Was ist, wenn ich nach der Ausbildung für SiS nicht an einer Schule tätig sein kann?

Sollte ein Seniorpartner vorsätzlich keine Schultätigkeit aufnehmen, muss er sich anteilsmäßig an den Ausbildungskosten beteiligen.

Wird die Tätigkeit nicht aufgenommen wegen Krankheit, familiärer Probleme, Fehlen einer geeigneten Schule oder Gründen, die der Seniorpartner nicht zu vertreten hat, ergeben sich daraus keine Konsequenzen.

Kann ich mir die Schule, an der ich als Schulmediator tätig sein möchte, selber aussuchen?

In der Regel stellt der Landesvorstand den Kontakt zu einer Schule her. Die Seniorpartner können aber auch von sich aus aktiv werden, falls sie sich eine bestimmte Schule wünschen. Die Einführung und Vereinbarung mit der Schule muss immer durch den Landesvorstand erfolgen.

Welche Tätigkeiten erledige ich als Schulmediator?

Zusammen mit einem Teampartner sind Sie während ca. vier Stunden in der Schule anwesend und führen bei Bedarf mit Schülern Mediationen durch. In einem mehrphasigen Gesprächsverfahren leiten Sie die Schüler an, eine einvernehmliche Win-Win-Lösung für ihre Konflikte zu finden. Das Ergebnis der Mediationen wird in einem Statistikbogen dokumentiert. Bei Bedarf führen Sie auch Einzelgespräche mit einem Schüler und begleiten ihn über einen angemessenen Zeitraum.

Warum gehen SiS-Mediatoren nur im Zweierteam in die Schule?

In der Regel arbeiten die Schulmediatoren als Zweierteam, damit sie sich gegenseitig unterstützen können. Einerseits können sie sich die Arbeit während der verschiedenen Schritte der Mediation aufteilen und andererseits kann die uneingeschränkte Aufmerksamkeit gegenüber zwei oder mehr Kindern leichter aufrechterhalten werden.

Wie werden die Teampartner ausgesucht?

Die Teams finden in der Regel spontan während der Weiterbildung zusammen. Wenn nicht, wird der Landesvorstand im Einvernehmen mit den Seniorpartnern eine geeignete Konstellation finden.

Muss ich als Schulmediator meinen Urlaub nach den Ferien richten und was ist, wenn ich während meiner Zeit als Schulmediator mal ausfalle?

Eine gewisse Orientierung an den Ferienzeiten ist erforderlich, da die Mediationen während der Unterrichtszeiten stattfinden. Es ist aber möglich, nach Absprache mit dem Teampartner auch in der Unterrichtszeit Urlaube wahrzunehmen. In der Regel wird nach Absprache eine Urlaubsvertretung aus einem anderen Team einspringen.

Bei Ausfall beider Teampartner muss die Schulleitung informiert werden, bei längerer Abwesenheit beider Teampartner auch der Landesvorstand, um ggf. für Ersatz zu sorgen.

Ist die Teilnahme an Supervision/Kollegialer Fallberatung verpflichtend?

Ja, während der 18monatigen Praxisphase für insgesamt mindestens 20 Stunden. Bei anschließend weiterer Tätigkeit als Schulmediator wird die Teilnahme empfohlen.

Gibt es Fortbildungsmöglichkeiten?

Ja, um eine gute Qualität der Tätigkeit der Schulmediatoren zu gewährleisten, organisiert der Landesverband themenbezogene Fortbildungen mit Fachleuten, Gemeinschaftsveranstaltungen und regelmäßige persönliche Aussprachen mit einem dafür verantwortlichen Vorstandsmitglied.

Bin ich während meiner Tätigkeit als Schulmediator unfall- und haftpflichtversichert?

Alle ehrenamtlich tätigen Personen sind per Gesetz in den Unfallkassen der Länder unfallversichert.

Die Haftpflichtversicherung ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Hier sorgen die Landesverbände für die erforderliche Versicherung ihrer Mitglieder.

Warum ist der Name Seniorpartner in School in englisch?

Die Gründerin, Christiane Richter, wollte einen kurzen und treffenden Namen für die Tätigkeit der Seniorinnen und Senioren in der Schule finden. Im Englischen bedeutet „Seniorpartner“ sowohl die männliche als auch die weibliche Form, als auch die Einzahl und Mehrzahl in einem Begriff, und ist somit eine kurze griffige Bezeichnung.

Der lange Namen Seniorpartner in School wird einfach mit SiS abgekürzt.

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